•  
  •  

Worte. Alles ist vergänglich. Nichts bleibt. Was bleibt, ist Nichts. Und im Nichts ist alles enthalten. Und wie hier im Bild die Worte im Meer versinken, so werden auch diese meine Texte hier nur für eine Weile zu lesen sein. Dann werden sie gehen. Dann werden sie zu Worten, die im Meer versinken. 


Wie lange?

Wie lange darf man trauern?

Eine Welt, die zusehends an Mitgefühl und Wärme verliert, die verlernt hat zu verstehen, die den Blick fürs grosse Ganze ablehnt, an keinen Gott mehr glaubt und jegliche Hoffnung von einem Leben danach verworfen hat, - wie lange darf man trauern, bis man die Mitmenschen nervt, weil man nicht mehr so ist wie früher, vielleicht dünnhäutiger ist und empfindsamer als sonst?

Wie schnell möchte das Umfeld die alte Person zurück? Wie schnell muss man zur Tagesordnung wechseln und wieder lächelnd und freundlich durchs Leben gehen?

Wie schnell?

Sorry Leute. Man ist nie mehr so wie zuvor. Dies möchte ich erwähnt haben. 

image-7856223-0f8cd940423b4b9fae6168d04b9d00ad.w640.jpg
Tief verbunden.

Natürlich

Ja, natürlich, man wird wieder Lachen, man wird wieder Freude empfinden, man wird feiern, albern sein. Aber etwas wird man nie wieder. Jene Person, welche man zuvor war. Und dafür bin ich unendlich dankbar. Durch Leid und Trauer wird uns ein Tor geöffnet, ein Blick gewährt an jenen geheimnisvollen Ort, den wir irgendwie im Alltag immer verdrängen oder uns gar nicht getrauen hinzusehen. Doch da ist mehr Tiefe, da ist mehr Sein, da ist so viel mehr möglich, da ist so viel mehr an Leben inmitten des Todes enthalten, dass es kaum zu beschreiben ist. Kaum auszuhalten für unsere eingeschränkte und ängstliche Weltsicht.

Da ist eine Verbundenheit. Ein unglaublich warmes Gefühl. Ein beschützt sein, ein begleitet sein, geführt. Erst in der Dunkelheit erkennen wir das Licht, erst durch den Tod erfahren wir das Leben. Durch den Tod offenbart sich uns das Leben, wird sichtbar, was bis anhin verborgen war. 


Gute Nachricht

Natürlich werde ich wieder lachen, natürlich werde ich wieder Freude empfinden, natürlich werde ich wieder albern sein können. Und natürlich wieder lieben. Meine Freude aber, sie wird intensiver sein, mein Lachen herzlicher, und meine Liebe, sie wird tiefer sein.


Weiterführender LinkErfahrungsbericht Creutzfeldt-Jakob-Krankheit


Text und Bild: Silvia Cristini