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Worte. Alles ist vergänglich. Nichts bleibt. Was bleibt, ist Nichts. Und im Nichts ist alles enthalten. Und wie hier im Bild die Worte im Meer versinken, so werden auch diese meine Texte hier nur für eine Weile zu lesen sein. Dann werden sie gehen. Dann werden sie zu Worten, die im Meer versinken. Zu Texten in den Wind.

ÖV für Anfänger


Okay, okay, ich gebe es zu. Ich bin absolut nicht der ÖV-Guru. Also wer mir nachfolget, wird garantiert den falschen Zug, Bus oder das falsche Tram erwischen. Aber es zählt doch einzig und allein der Wille!

Doch geschäftlich komme ich nicht drumherum, mich Verkehrsmitteln aller Art zu widmen, sprich, ich muss diese doch tatsächlich ab und an während der Arbeit benützen, um von A nach B zu gelangen. Nicht immer einfach, so finde ich! Zum Glück ist meistens mein Kollege in meiner Begleitung, so kann ich ja nicht fehl gehen. Wie ein Papa sein Kind, hat er mich schon sehr oft, wenn nicht andauernd, an der Kapuze krallen und mich zurückziehen müssen, als ich wieder einmal mehr ins falsche Tram einsteigen wollte. Muss aber auch ganz klar zu meiner Entlastung sagen, ich finde, dass die Tramnummern schon arg klein angeschrieben sind! Und vor lauter Werbung sehe ich sie kaum. Nein, wirklich!

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Es fährt ein Zug nach Nirgendwo...

Und so kam es dann, dass mein mich immer an der Kapuze ziehender Kollege in die Ferien verreiste und ich mit einem anderen - auch netten - Kollegen Tram fahren musste. Es klappte alles wunderbar. Wir waren beide während des Tramfahrens in ein Gespräch vertieft und draussen regnete es in Strömen.  Beide hatten wir den Schirm im Büro gelassen, denn die Tramhaltestelle ist nah, da braucht es keinen Schirm. Nur Susis brauchen den!

Und so kam es, wie es kommen musste. Das Tram machte für mich plötzlich unbekannte Kurven und so sah ich dann doch mal irgendwann zum Fenster hinaus und sah in unbekanntes Gefilde. Der nächste Blick galt der Tramnummer. Ja, klar... muss vielleicht erwähnen, dass mein Kollege auch kein ÖV-Indianer ist. Und so mussten wir in strömendem Regen das falsche Tram verlassen und zurücklaufen an die nächstmögliche Verbindungshaltestelle. Durchnässt angekommen, mussten wir dann also warten auf das richtige Tram. Diesmal war mein Blick völlig konzentriert auf die Richtige Tramkomposition gerichtet. Da kam es. Endlich. Unser Termin rückte immer näher, wir hatten bereits wertvolle Zeit verloren durch unser Missgeschick der unfähigen ÖV-Benutzer und so hetzten wir also in unser richtiges Tram, nahmen Platz und amüsierten uns ab unserer Kopflosigkeit.

Dann wurde es dunkel. Das Licht ging aus, dann die Bildschirme. Dann wurde es hell. Das Licht ging an, die Bildschirme auch wieder. Dann gingen die Türen auf und zu. Dann wurde es dunkel, das Licht ging aus, dann fielen die Bildschirme aus.  Nanu?

"Liebe Passagiere, das Tram hat eine Störung, wir bitten Sie auszusteigen, wir hoffen, Sie haben einen Schirm dabei...."


Text und Bild: Silvia Cristini