•  
  •  

Worte. Alles ist vergänglich. Nichts bleibt. Was bleibt, ist Nichts. Und im Nichts ist alles enthalten. Und wie hier im Bild die Worte im Meer versinken, so werden auch diese meine Texte hier nur für eine Weile zu lesen sein. Dann werden sie gehen. Dann werden sie zu Worten, die im Meer versinken. Zu Texten in den Wind.


Matilda - ein ganz besonderes Wesen


Kürzlich sah ich mir diesen Film namens 'Matilda' an. Per Zufall schaltete ich gerade das TV-Gerät an, als just dieser Film aus dem Jahre 1996 ausgestrahlt wurde. Ich war dermassen fasziniert und in Resonanz gegangen, dass ich nun darüber schreiben möchte. Verfilmt wurde der Streifen unter der Regie und ebenso im Film als Schauspieler präsenten, Danny de Vito. Die Idee stammt aus dem gleichnamigen Buch von Roald Dahl aus dem Jahre 1988. Matilda selbst wird dann von einer herausragenden Mara Wilson verkörpert.

image-10381604-CIMG7530_-_Kopie-c51ce.w640.JPG

Fremd in der eigenen Familie

Matilda wurde sodann in eine Familie hineingeboren, welche oberflächlicher nicht sein könnte. Die Mutter, eine überspitzt gezeichnete dümmliche Frau, der Vater ein betrügerischer Automobilverkäufer und der Sohn, ein verfressener TV-Junkie, der mal so werden will wie sein Vater. Gegessen wird aus Prinzip vor dem Fernseher. Dies ist die Qualitäts-Zeit der Familie. So die Meinung des Vaters. Ein Buch sucht man vergebens im Haus, schliesslich bekäme man Bildung viel schneller in den Kopf via Fernsehgerät. Fast wie im wahren Leben, wie es scheint. Mit 4 Jahren wünschte sich Matilda sodann ein Buch. Der Vater völlig entrüstet, was sie um Himmels Willen mit einem Buch wolle! Sie solle TV schauen, wie jeder normale Mensch in der Familie auch! Die Mutter verzweifelte immer mehr ab ihrer einzigen Tochter und fragte sich unentwegt, was sie bloss falsch gemacht hat, dass sie so eine abnorme Tochter bekam.


Für sich selber sorgen

Matilda schlich sich daher bereits als kleines Mädchen täglich aus dem Haus und besuchte die Stadtbibliothek, wo sie der Bibliothekarin natürlich auffiel. Täglich las sie eine Reihe von Büchern und verliess dann die Bibliothek wieder. Die nette Frau Bibliothekarin besorgte ihr sodann einen Leihausweis, welcher sie berechtigte, Bücher nach Hause zu nehmen. Als ihre Eltern dies mitbekamen, fielen sie aus allen Wolken. Was lief bloss schief bei ihrer Tochter? Die Familie begriff nicht, dass gerade durch die Besonderheit von Matilda, sie diese völlig unbehütet und ohne Nestwärme aufwachsen lassen konnte. In aller Selbstständigkeit. Matilda musste daher bereits mit 5 Jahren für sich selber sorgen. Während die Mutter ihre Haare blondierte, ins Nagelstudio fuhr oder zum Bingo, musste Matilda für sich selber kochen. Irgendwann liess sie ihre Eltern wissen, dass sie nun 6,5 Jahre alt war und es Zeit für die Schule sei. Die Eltern behaupteten sodann beharrlich, dass sie erst 4 Jahre alt und Schule nichts für sie sei. Doch Matilda beharrte auf ihren Wunsch einerseits und auch darauf, dass sie wirklich bereits 6,5 Jahre alt war.  Und so schrieb ihr Vater sie in ein Internat ein, aber auch nur, weil er wusste, dass dort ein Drachen von einer Rektorin wütete und so seine Matilda schon die Tracht Prügel erhalten wird, die sie verdient hätte. Matilda war überglücklich. Denn nirgends konnte es schlimmer sein als Zuhause.

Die Moral der Geschicht'

Ich möchte nun nicht den ganzen Film erzählen. Aber es lohnt sich, ihn mal anzuschauen, auch wenn es ein Kinderfilm zu sein scheint. Mir selber fiel sodann der tiefere Sinn auf und ich empfand Mitgefühl mit diesem Mädchen und ich bewunderte seine Tapferkeit. Meine Hochachtung dafür, wie es sein Leben gemeistert hat. Meines Erachtens tritt in diesem Film etwas ganz deutlich zu Tage, nämlich, dass wir zwar durch Mann und Frau auf diese Welt kommen, aber auch ganz bewusst mit einem Aufrag, einem Seelenplan im Gepäck. Dieser Seelenplan verfolgt ganz hartnäckig das Ziel, verwirklicht zu werden, in Erfüllung zu gehen. Im Film wird dies ganz deutlich gezeigt. Trotz widrigen Umständen, fehlender Liebe, fehlender Nestwärme und Erziehung, weiss dieses Mädchen instinktiv, wohin ihr Weg es führt und es verfolgt dieses Ziel, es geht seinen Weg, bringt den Auftrag zu Ende. Es folgt einem unsichtbaren roten Band.

Bin ich hier richtig?

Es soll Menschen geben, welche sich wie nicht von dieser Welt fühlen, welche glauben, einfach nicht richtig zugehörig zu sein, zu niemanden, und schon gar nicht zur eigenen Familie. Vielleicht sollte man dies einfach so akzeptieren. Wer weiss, womöglich wurde genau diese Familie aus bestimmten Gründen ausgesucht, um die bestmöglichste Erfahrung machen zu können. Manche hatten vielleicht schon in einem anderen Leben die perfekte Familie in Frieden, Freude und Harmonie. Vielleicht hat man sich dann für dieses Leben bewusst die unangenehme Variante ausgesucht. Tja, wer weiss.

Folgen wird doch einfach dem unsichtbaren Band, dem Pfad, unserem Seelenplan.

 

Text und Bild: Silvia Cristini